So wurde Alinity zur meistgehassten Streamerin auf Twitch

Alinity im Talk mit Dr. K

In ihrem Gespräch mit Dr. K sprach Natalia ‚Alinity‘ Mogollon über ihre psychische Verfassung, die unzähligen Hassnachrichten, die sie jeden Tag erhält und wie sie zu einer der am meisten gehassten Streamerinnen auf Twitch wurde.

Nach dem Tod von Byron ‚Reckful‘ Bernstein hatte sich Alinity in einem emotionalen Stream an ihre Zuschauer gewandt. Unter Tränen gestand sie ihnen, sie wisse selbst nicht mehr weiter und sei, aufgrund des permanenten Hasses gegen sie, in keiner guten psychischen Verfassung.

Im Gespräch mit dem Harvard Psychologen und Streamer Dr. Alok Kanojia alias Dr. K erklärte die 32-Jährige, die genaueren Hintergründe um das Drama rund um ihre Streamerpersönlichkeit.

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Alles Begann mit Zoff zwischen Alinity und PewDiePie

Alles habe 2018 begonnen, als sie ungewollt einen Streit mit Felix ‚PewDiePie‘ Kjellberg vom Zaun gebrochen habe. Sie hatte damals ein Video des berühmten YouTubers live in ihrem Stream angesehen. Da der Schwede darin auch Videomaterial von ihr verwendet hatte, habe sie im Scherz ihre Mitbewohnerin gefragt, ob sie nicht einen Copyright-Strike gegen PewDiePie erwirken sollten. Sie habe sich nichts weiter dabei gedacht, allerdings habe ein Mitarbeiter des Unternehmens, mit dem sie damals zusammenarbeitete, tätsächlich eine Beschwerde eingereicht.

Obwohl die rechtlichen Schritte gegen PewDiePie nicht von ihr ausgegangen seien, hätten PewDiePies Fans alle Wut darüber an ihr ausgelassen. Viele davon hätten sich die Mühe gemacht, ihre alten Videos nach ’strafbaren‘ Inhalten zu durchsuchen, für die sie Ärger mit Twitch bekommen könnte.

Alinitys berüchtigter ‚Katzenwurf

Nach dem Zoff mit PewDiePie wäre die Sache mit dem Katzenwurf gekommen. Eine ihrer Katzen würde regelmäßig auf der Rückenlehne ihres Stuhles sitzen, während sie streamt. Als das Tier dann während einer Zockerrunde vor ihren Bildschirm marschierte, habe sie es sich geschnappt und über ihren Kopf auf die Lehne bugsieren wollen. Dabei war sie allerdings etwas zu schnell und ihre Katze landete hinter ihr auf dem Boden.

Obwohl dem Tier nichts passiert ist und es sich auch nie in Gefahr befunden hatte, war dies der Auslöser für eine weitere Hetzkampagne gegen sie. Sie habe sogar Mitarbeiter des Tierschutzes zu sich nach Hause eingeladen, die bestätigten, dass sie keinerlei Anzeichen für Misshandlungen an ihren Tieren feststellen konnten. Kein Grund für die Hater, mit ihren fiesen Kommentaren aufzuhören.

Diesen beiden Sachen folgten noch ein paar andere Fehler, die ihr live im Stream unterliefen und die für sie gefühlt das ganze Internet gegen sie aufbrachten. Da sie von Twitch nie bestraft wurde, gab es für viele ihrer Hater nur die Erklärung, dass sie wohl mit Mitarbeitern der Plattform ins Bett gehen müsse – allen voran der Fake-News-König Keemstar.

Sogar der Perma-Ban von Dr. Disrespect wurde ihr in die Schuhe geschoben

All ihrer Entschuldigungen und auch der Umstand, dass sie sich seither nichts derartiges mehr zu Schulden kommen lassen habe, führte für sie zu keiner Besserung der Situation. Jeden Morgen müsse sie ständig zahlreiche Hasskommentare und Todeswünsche von ihren Socialmedia Kanälen löschen. Selbst ihr Privatleben sei davon betroffen, da sie in einer kleinen Stadt wohne, in der sie mittlerweile jeder kennt.

Mehr zum Thema: Ninja entschuldigt sich bei Alinity

Als vor kurzem dann Dr. Disrespect von Twitch offenbar einen Perma-Ban erhalten hat, lag die Vermutung vieler nahe, dass da natürlich auch Alinity dahinter stecken müsse. Das sei so absurd, erklärte sie Dr. K, da sie den Mann noch nie getroffen habe und auch sonst nichts mit ihm zu tun hatte. Dr. K versuchte ihr Mut zuzusprechen und sprach ihr sein Mitgefühl über die vertrackte Situation aus, sagte aber auch, dass sie relativ wenig Einfluss auf das Problem habe. Sie habe den Willen zur Besserung gezeigt, und arbeite daran, ihre alten Fehler nicht zu wiederholen. Das wirkliche Problem seien aber die Leute, die offenbar nichts besseres zu tun hätten, als Wut und Hass zu verbreiten.