Dr. K mit emotionaler Ansprache nach Reckfuls Suizid

Dr. K spricht auf Twitch über Reckful Suizid

In einem anderthalbstündigen Stream ging der Harvard-Psychologe Dr. Alok Kanojia, auf Twitch bekannt als Dr. K, auf den Tod Byron ‚Reckful‘ Bernsteins ein, der sich gestern das Leben genommen hat.

Dr. K spricht über Depressionen, Suizid und HealthygamerGG

Dr. K sprach zunächst ganz allgemein über Depressionen, Suizid und seine Organisation HealthygamerGG. Eindringlich wies er seine Zuschauer darauf hin, wie dringlich sich etwas in unserer Gesellschaft in Bezug auf psychische Erkrankungen hin ändern muss. Jeder zweite würde statistisch gesehen in seinem Leben einmal an einer psychischen Erkrankung leiden und noch immer würde viel zu wenig getan werden.

Im speziellen sprach er natürlich die Gamerszene an, als er sagte, dass unserer Gesellschaft immer stärker von Einsamkeit geprägt werde. Menschen verschanzen sich zuhause hinter ihren Bildschirmen und vereinsamen. Dabei sei gerade im Kampf gegen Depression und suizidale Gedanken so wichtig, dass man nicht alleine dagegen ankämpft. Das Leben sei ein Mulitplayer-Game in dem es keinen Single-Player-Modus gebe.

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Beim Thema Reckful kommen dem Doc die Tränen

Als Dr. K dann direkt auf Reckful zu sprechen kam, wurde es sehr emotional. Die beiden hatten mehrere Streams zusammen gemacht, in denen Reckful ganz konkret über seine Depressionen und seine Probleme gesprochen hatte. Als Kanojia dann sagte, bei jeder Zusammenarbeit mit einem Patienten würde er diesem ein kleines Stückchen von sich geben, und mit Reckfuls Tod sei dieses Stück von ihm ebenfalls gestorben, konnte er die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Die Nachricht von Reckfuls Suizid habe ihn extrem hart getroffen. Wenn er ein Charakter in einem Videospiel wäre, dann hätte der gestrige Tag ihm mit einem Schlag achtzig Prozent seiner HP (Lebenspunkte) genommen, sagte Dr. K unter Tränen. Aber das solle jetzt für niemanden der Grund sein, ebenfalls aufzugeben. „Wenn ein Champion stirbt, dann mach weiter und kämpfe!“ , so die eindringliche Forderung an die Zuschauer.

Nur weil Reckful nicht gewonnen hat, können andere trotzdem gewinnen!

Es solle jetzt auch niemand glauben, bloß weil Reckful den Kampf gegen seine Depressionen verloren habe, könnten andere nicht trotzdem gewinnen. Es sei wichtig, dass man immer weiter kämpft und wenn man es schon nicht für sich selbst tut, dann wenigstens für die Menschen um einen herum, denen man wichtig ist.

Zeitweise sahen dem Doc bei diesem Stream über 72.000 Menschen zu. Wie wichtig seine Arbeit ist, hat der traurige Tod Byrons nun nocheinmal gezeigt. Überall in der Gaming-Community hört man, wie viele der Menschen unter Depressionen leiden. Leute wie Dr. K sind gerade da besonders wichtig um aufzuzeigen, dass man sich Hilfe suchen muss um nicht alles allein in sich hineinzufressen – und wie diese Hilfe aussehen kann.

Auch wenn Byron letztlich nicht gegen seinen Dämonen gewinnen konnte, so hat er doch so viele Menschen inspiriert sich Hilfe zu suchen, gerade weil er so offen mit seiner Krankheit umgegangen war. Daher auch der Appell des Docs an alle, die mit so etwas zu kämpfen haben: Sucht euch Leute, mit denen ihr sprechen könnt. Gebt den Kampf nie auf, denn selbst wenn es auch mal scheint, als würde es nur abwärts gehen – es liegt in der Natur aller Dinge, dass es auch immer das Gegenteil gibt und auf Schlechtes auch wieder Gutes folgt.

Bis Du selbst depressiv und denkst über Suizid nach? Hier bekommst Du umgehend Hilfe! Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du ganz anonym Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.